Umweltplakette

Was?
Die Umweltplakette ist im Rahmen der Feinstaubverordnung eine Verkehrs-Maßnahme, um die Feinstaubbelastung in Städten zu reduzieren. Feinstaub, das sind sehr kleine Partikel, und Studien weisen darauf hin, dass er erhebliche Gesundheitsschäden hervorrufen kann. Jedoch muss auch beachtet werden, dass der Fahrzeugverkehr bei weitem nicht für den Hauptanteil der Feinstaubbelastung eines Menschen verantwortlich ist.
Jedes Fahrzeug stößt eine bestimmte Menge Feinstaub aus und wird in eine der vier Schadstoffgruppen eingeteilt, die Kennzeichnung erfolgt durch eine Plakette an der Windschutzscheibe (grün, gelb, rot). Keine Plakette erhalten alte Dieselfahrzeuge und Benziner ohne geregelten Katalysator.

Wo?
Etwa 40 Städte sind schon sogenannte „Umweltzonen”, in die nur noch bestimmte Fahrzeuge einfahren dürfen, beispielsweise dürfen in Hannover nur noch Fahrzeuge mit gelber und grüner Plakette in die Innenstadt fahren.

Wer?
Für uns hier auf dieser Seite wichtig: Von den Verkehrsverboten in den Städten sind „Kraftfahrzeuge, mit denen Personen fahren oder gefahren werden, die außergewöhnlich gehbehindert, hilflos oder blind sind und dies durch die im Schwerbehindertenausweis eingetragenen Merkzeichen aG, H oder Bl nachweisen” ausgenommen. Menschen mit Down-Syndrom erhalten einen Behindertenausweis mit (mindestens) G und H (siehe Behindertenausweis).
Menschen mit einem „G” im Behindertenausweis können eine Ausnahmeregelung beantragen. ACHTUNG: Diesen Antrag darf nur der Fahrzeughalter stellen (das Auto kann auf das behinderte Kind zugelassen werden, siehe PKW und Down).

Wie?
Das praktische: es muss kein Antrag gestellt werden, einfach den Behindertenausweis dabei haben genügt!
ACHTUNG: Man muss sich bewusst sein, dass man also keine Plakette braucht, demnach auch öfter angehalten werden kann (um dann den Behindertenausweis zu zeigen). Beim Parken sollte man also, um Mühen zu sparen, gleich eine Kopie des Ausweises hinter die Scheibe legen. Falls man eine „gute” Plakette für das Auto sowieso bekommen könnte, lohnen sich evtl. auch die 5 Euro für die Plakette, um nicht unnötig angehalten zu werden. Ebenso zu beachten: das Kind muss im Auto sein, bzw. als Fahrer/in sollte man auf dem Weg zum Kind sein.

Warum?
Tja, man könnte sich vorstellen, jemand mit einer Behinderung hat ein Auto, das so für ihn umgebaut worden ist, dass er damit zurecht kommt und selbständig fahren kann – wäre doch blöd, wenn er ausgerechnet dieses nicht mehr benutzen kann, bzw. viel Geld investieren müsste.
Außerdem gibt es viele Menschen (z.B. Eltern mit einem Down-Syndrom Kind), die Behinderte fahren, weil sie es nicht selber tun können – auch blöde, wenn diese das nicht mehr so einfach tun könnten. Viele wichtige Einrichtungen finden sich auch gerade in Ballungsräumen und Großstädten.
Ebenfalls kann man jemanden, der zwar mit seinem Auto sehr mobil sein kann, allerding nur schwer gehen kann, nicht zutrauen, wegen einer Umweltzone „mal eben” die Straßenbahn zu benutzen.

Der originale Gesetzestext im Bundesanzeiger