Dr. Gelb im Olgahospital in Stuttgart

Dass Dr. Gelb in unsere Tour passt, ist Zufall. Denn wir hatten schon ganz „vergessen“, dass wir einen Termin haben wollten. Im Januar diesen Jahres haben wir alle nötigen Unterlagen ins Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) Bismarckstr. 8 in 70176 Stuttgart (Tel.: 0711-922-2760) geschickt. Irgendwann im April wurde uns dann ein Termin im Mai zugeteilt. So sind wir denn da hin, Tim und ich. Das besondere: Dr. Gelb bietet im SPZ eine Down Syndrom Sprechstunde an. Dazu nimmt er sich echt Zeit! Und er hat außerdem eine Therapeutin für Krankengymnastik dabei. Zusammen nehmen sie sich Tim vor. Der hat allerdings mittlerweile etwas die Nase voll vom ständigen Begutachtetwerden. Ich ehrlich gesagt auch. Und so unterhalten wir uns, Dr. Gelb und ich, und Tim tobt rum. Das Interessante für mich bei diesem Termin: es geht nicht nur um rein medizinische Fragen. Dr. Gelb zeichnet auch einen möglichen Lebensweg für Tim bis zur Rente (allerdings liegt da der Schwerpunkt eher auf den Defiziten von Tim). Er spricht auch über die beiden großen Probleme bei Dreijährigen: Essen und Trinken. Da bin ich doch froh, dass Tim in der Zwischenzeit aus dem Strohhalm trinkt und seit April keinerlei besonderen Brei mehr zum Essen bekommt, sondern schlicht mit mir mein Essen teilt (jedenfalls meistens, wenn er Lust hat). Eine wichtige Erkenntnis von Dr. Gelb ist mir hängen geblieben. Irgendwann, ziemlich am Anfang, sagte er: “Ihr Sohn ist jetzt drei Jahre alt. Behandeln sie ihn auch wie einen Dreijährigen!“ Und da hat er glaube ich recht! Ist Dr. Gelb zu empfehlen? Ich glaube für starke Gemüter schon. Für Männer noch einmal einfacher als für Frauen….. könnte ich mir denken. Fachlich war es sehr spannend und hilfreich. Wie so viele andere Profis hat er mich eher dazu angehalten in dieser Zeit mit Tim bewusst zu spielen, ihn bewusst zu erleben und wenn sich im Alltag was ergibt, mit ihm daran zu üben. Keine künstlichen Situationen schaffen, sondern die momentane Situation aufgreifen und über einen spielerischen Weg etwas daraus machen. Na dann……. das dürfte mir nicht sehr schwer fallen. So haben wir jetzt ein tägliches Trainingsprogramm und die Aufgabe miteinander zu spielen. So lässt es sich doch leben, oder? ;o)

Von Paukenröhrchen und unseren Ohren

Es gibt Dinge im Leben, deren Bedeutung muss man eigentlich nicht wissen. Dazu gehört auch der Begriff Paukenröhrchen. Wenn Ihnen der Begriff geläufig ist, dann wahrscheinlich, weil jemand in Ihrem Umfeld Probleme mit den Ohren hat und ein sogenannter Paukenerguss das Hören schwer macht. Tim ist auch so ein Kandidat. Wie so viele Down Syndrom Kinder hat auch er ziemlich enge Gehörgänge und ab und zu setzt sich dort Wasser fest, das nicht abläuft. Das führt dann zu zwei Problemen. Einmal hört der kleine Zwerg wie durch eine Wattewand, was der Sprachentwicklung nicht gerade zuträglich ist. Zum Zweiten sorgt die Feuchtigkeit im Ohr für eine höhere Infektanfälligkeit. Was also tun? Die Lösung sind die Paukenröhrchen. Sie werden in einer Operation ins Ohr eingepflanzt und sorgen so für eine Belüftung des Trommelfells und einen klaren Weg. Soweit die schöne Theorie. Die Operation erfolgt unter Vollnarkose und eine Operation ist eine Operation. Sprich, da wird an einem sehr sensiblen Teil des menschlichen Körpers herumgeschnippelt. Hinzu kommt, dass sich die Röhrchen nach einiger Zeit wieder verabschieden. Das Kind wächst und damit weitet sich der Gehörgang und die Röhrchen fallen irgendwann heraus. Dann ist die Frage ob es nun reicht oder ob wieder eine Operation Abhilfe schaffen muss. Vor unserer Tour waren wir beim Ohrenarzt und es stand diese OP an. Tim hat die vor ca. einem Jahr schon einmal über sich ergehen lassen. In Baiersbronn nun waren die TherapeutInnen ganz gegen die OP. Ihre These war, dass die Flüssigkeit sich verabschiedet, wenn nur der Mundbereich und das Schlucken verbessert würden. Außerdem gaben sie uns den Tipp in Weil der Stadt bei Dr. Friese noch einen Zwischenstopp zu machen. Dr. Friese ist homöopathischer Hals-, Nasen-, Ohrenarzt. Der hat erst mal festgestellt, dass sich in Tims Ohren keine Flüssigkeit mehr befindet. Die Übungen haben also geholfen und er hat gänzlich von der OP abgeraten. Also werden wir das erst mal lassen und im September noch mal bei ihm vorbeischauen.